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Wort-Werkzeuge

für Textarbeiter

 

Gratis-Software aus dem Internet macht das Schreiben leichter. Manches Mini-Tool übertrumpft sogar Profiprogramme wie Word - weil es Lücken schließt, die aus unverständlichen Gründen in Marktführersoftware klaffen.

Kaum zu glauben: Selbst mächtigste Textprogramme wie Microsoft-Word versagen kläglich, wenn sie Alltagsaufgaben lösen sollen. Ein Journalist hat sich selbst geholfen.

David Schubert hat einen befreundeten Programmierer gebeten, ein kostenloses Tool zu schaffen, das jeder Kollege gebrauchen kann. Fast jeder Journalist steht immer wieder vor der Aufgabe, Texte in exakt vorgegebener Länge zu produzieren. Wenn man dabei auf das Standardprogramm Word angewiesen ist, gestaltet sich das Schreiben sehr umständlich.

Lautet die Vorgabe beispielsweise "Nicht mehr als 2000 Zeichen!", dann muss man die Arbeit immer wieder unterbrechen und zweimal klicken: Erstens auf Extras in der Menüleiste, dann auf Wörter zählen im Menüfeld. Erst hier findet man die Zahl der Zeichen, die man bereits geschrieben hat.

Hilfsweise kann man sich zumindest einen Tasten-Shortcut programmieren, wenn man das kann. Eine Tastenkombination gedrückt, und schon erscheint die Statistik mit Wörtern, Zeichen und Zeilen. Die Sache funktioniert wie folgt:

1. Menü Extras aufrufen

2. auf Anpassen klicken

3. dort auf den Reiter Befehle

4. dann unten auf Tastatur klicken

Klick für größeres Bild

5. links bei Kategorien auf Extras klicken

6. in der Mitte bei Befehle den Befehl ExtrasWörterZählen wählen

7. unter Kategorien in Neue Tastenkombination drücken hineinklicken

8. eine Tastenkombination drücken, zum Beispiel ALT gedrückt halten und Z tippen ("Z" wie Zeichen und Zeilen)

9. Zuordnen klicken und mit Schließen beenden

Ab sofort kann man die Zahl der Zeichen, Zeilen und Wörter nun mit der Tastenkombination "ALT+Z" aufrufen. Aber auch das unterbricht den Arbeitsablauf.

Der Journalist David Schubert hat sich deshalb darum bemüht, das berufstypische Zeichenzähl-Problem eleganter in den Griff zu bekommen. Er bat einen befreundeten Programmierer, Ludwig Pumberger, ein entsprechendes Tool zu entwickeln. Das Ergebnis liegt nun vor und kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Das Freeware-Programm nennt sich ShortEdit und wiegt nur 44 Kilobytes. Man braucht es nach dem Herunterladen nur zu starten - das schlanke Programm schont nicht nur Systemkraft, sondern gräbt sich auch nicht ins Windowssystem. Man kann es also gefahr- und bedenkenlos installieren.

ShortEdit, ein simpler Editor, funktioniert als eigenes Programm. Somit unabhängig vom verwendeten Textprogramm. Man gibt nur die gewünschte maximale Zeichenzahl ein. Und schon kann man losschreiben. Unten wird in Echtzeit angezeigt, wie viele Zeichen man von den vorgegebenen bereits geschrieben hat. Die Anzeige erfolgt nicht nur numerisch, sondern auch prozentual. Wird der Text zu lang, erscheint eine Warnung. Exakt wird angezeigt, wie viele Buchstaben man zu viel geschrieben hat:

Einstellen lässt sich noch die gewünschte Schriftart. Man kann auch drucken, Zwischenablagen im- und exportieren und das Ganze als Textfile abspeichern. Das Programm ist simpel - aber was es bietet, bietet Word nicht.

Eine weitere Lücke in MS-Word: Man kann nicht in mehreren Texten gleichzeitig suchen und ersetzen. Ein Problem, das in der Praxis gar nicht so selten auftaucht. Entweder muss man dann alle Texte nacheinander öffnen und die Suchvorgänge einzeln ausführen. Oder alle Texte zusammenbauen und hinterher wieder auseinander.

Leichter geht es mit "seRapid" von Ingo Straub. Das Programm durchsucht bestimmte Ordner - auf Wunsch den ganzen Rechner - nach Dateien und Textstellen. Die Suchergebnisse zeigt es in einer übersichtlichen Liste mit Textausschnitten und Hypertextlinks an. Nach der Suche können die gefundenen Textstellen ersetzt werden, und zwar nicht nur in Text-, sondern auch in Binärdateien.

Spezialisiert ist das Programm auf Word-Files, die es mit einem eingebauten Textfilter bearbeiten kann. Für private Testzwecke ist das Programm kostenlos, gewerbliche Anwender müssen sich registrieren.

Wer Texte erfassen muss, stöhnt oft über die einfachen Fehler, die einer Texterkennungssoftware (OCR) unterlaufen können. Zum Beispiel werden öffnende Anführungszeichen, die im Deutschen bekanntlich unten stehen, als Kommafolge (",,") interpretiert.

Daraus kann man ableiten, dass das OCR-Programm wahrscheinlich außerhalb Deutschlands entwickelt wurde - was aber nicht weiter hilft, denn der Fehler kommt durchgängig vor und nervt. Hier schafft Jürgen Hinrichs mit einem einfachen Word-Makro Abhilfe. Es beseitigt, wie Hinrichs formuliert, "den gröbsten Schrott aus eingescannten Texten". Das Makro ist gratis.

Texte aus E-Mails zu verarbeiten, beschert allzuoft Ärger. Eines der Übel, das glücklicherweise immer seltener vorkommt: Die Umlaute fehlen. Oeffnen kann man solche Texte zwar selbst mit aeltesten Mail-Programmen, aber das Verarbeiten wird muehsam. Hier bietet Jürgen Hinrichs ein weiteres Gratis-Makro an ("Textumw2"), das überall Umlaute ersetzt, wo ein "ae", "oe" oder "ue" im Text steht.

Leider nur ein Notbehelf, denn Ausnahmen werden übersehen. Nicht jedes "ae" ist ein "ä". Selbst wenn aus der "Paella" eine "Pälla" wird - ansonsten wird der gröbste Buchstabenschrott erst mal beseitigt.

Viel häufiger führen die automatischen Zeilenumbrüche zu Problemen. Mailtexte, die nicht in HTML gesendet werden, brechen jede Zeile um. Ergebnis ist eine Absatzmarken-Orgie im Textprogramm. Der Text muss mühsam, Zeile für Zeile, neu formatiert werden.

Hier biete ich Ihnen mein Makro "MailsZuText" kostenlos an. Seine simple Suchen-und-Ersetzen-Routine verwandelt jeden Mailtextblock zurück in einen Fließtext.

Auch in Axel Steinborns umfangreichen Makro-Sammlungen "PIMplus" und "MakroPlus" stecken Ergänzungen für Word, die jeder Journalist gebrauchen kann. Kostenlos sind die Makros nicht, aber man darf sie als Testversion downloaden.

Schließlich noch ein Freeware-Tipp für alle Journalisten, die Rundfunk- und Fernsehbeiträge schreiben. Susanne Gann aus Stuttgart hat ein "Sprechdauer"-AddIn programmiert. Diese Word-Aufrüstung bietet eine Stoppuhr, mit der man die Dauer des jeweiligen Beitrags ermitteln kann.

Während die Uhr läuft, kann man durch das Dokument blättern und den Beitrag am Bildschirm lesen. Aufgrund der Zeichenanzahl wird die Vorlesegeschwindigkeit in Zeichen pro Sekunde ausgegeben. 

Falls man am Ende des Beitrags noch Stichwörter, alternative Formulierungen oder Ähnliches vor sich her schiebt, kann man die Berechnung auf den aktuell markierten Text beschränken.

 

Frank Rosenbauer