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Reform der Reform -

die Rechtschreib-Regeländerungen vom Juni 2004

 

Getrennt- und Zusammenschreibung

Zur Liste von Partikeln, die mit Verben trennbare Zusammensetzungen bilden können, werden einige hinzugefügt (§ 34 (1)):

dahinter, darauf/drauf, darauflos/drauflos, darin/drin, darüber/drüber, darum/drum, darunter/drunter, davor, draus, hinter, hinterdrein, nebenher, vornüber.

Durch eine präzisere Formulierung von § 34 E1 wird erreicht, dass besser unterschieden werden kann, wann ein Verbzusatz vorliegt und wann ein freies Adverbial. Während der Verbzusatz den Hauptakzent trägt, ist das beim freien Adverbial nicht der Fall. Zudem können zwischen freiem Adverbial und Verb weitere Satzbestandteile stehen. Als Beispiel mag zusammen (Halma) spielen versus zusammenspielen (da haben verschiedene Faktoren zusammengespielt) dienen.

Für den Fall Leid tun wird die neue zusätzliche Variante leidtun (wie teilnehmen, kundtun) eingeführt.

Wenn die gesamte Verbindung komparierbar ist (Beispiel zeitsparend/zeitsparender), ist Getrennt- und Zusammenschreibung zulässig (das kann aus der bisherigen Regelung schon abgeleitet werden, das Wörterverzeichnis enthält auch entsprechende Einträge wie gewinnbringend, wird aber jetzt explizit formuliert).

Ebenso ist auch bei Verbindungen aus Einzelwort und adjektivisch gebrauchtem Partizip neben der Getrenntschreibung die Zusammenschreibung möglich, wenn die Verbindung der beiden Wörter als Einheit aufgefasst werden soll (allein stehend, auch alleinstehend; Rat suchend, auch ratsuchend).

Bei fremdsprachlichen Übernahmen von Adjektiv und Substantiv, die sich im Deutschen wie Zusammensetzungen verhalten, ist Zusammenschreibung oder in Analogie zur Herkunftssprache Getrenntschreibung möglich (Bluejeans/Blue Jeans).

Schreibung mit Bindestrich

In Fällen wie der wissenschaftlich- technische Fortschritt (also bei gleichrangigen nebengeordneten Adjektiven) ist der Bindestrich nicht fakultativ, sondern obligatorisch.

Bei Verbindungen von Ziffern mit -fach wird auch die Schreibung mit Bindestrich zugelassen (8fach, 8-fach).

Bei substantivisch gebrauchten Zusammensetzungen (besonders mit Infinitiven) bestand eine Unklarheit, wann auf den Bindestrich verzichtet werden kann. Eine neue Formulierung soll dem begegnen; danach kann z.B. Inkrafttreten ohne Bindestrich geschrieben werden. Eine Änderung betrifft auch die Verwendung des Bindestrichs bei mehrteiligen Anglizismen.

Groß- und Kleinschreibung

In der Groß- und Kleinschreibung werden einige Modifikationen vorgeschlagen, die eine konsequentere Anwendung des Prinzips der Großschreibung von Substantivierungen auf weitere Fälle darstellen, in denen formale Merkmale der Substantivierung festgestellt werden können.

Das betrifft Verbindungen von Präpositionen mit flektierten Adjektiven ohne vorangehenden Artikel (Fälle wie ohne Weiteres und vor Kurzem); hier soll auch die Großschreibung möglich sein.

Das Gleiche gilt für unbestimmte Zahladjektive (die einen, die anderen, die meisten); wer den substantivischen Gebrauch unterstreichen will, kann großschreiben.

Bei den so genannten Nominationsstereotypen – festen Verbindungen von Adjektiven und Substantiven, die keine Eigennamen sind, aber terminologischen Status besitzen (Typus Gelbe Karte und Kleine Anfrage) – wurde kritisiert, dass bisher allein die Kleinschreibung galt. Hier wird durch eine Erläuterung hervorgehoben, dass im fachsprachlichen Gebrauch auch Großschreibung möglich ist.