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PH11_99S32.jpg (13731 Byte)Frank Rosenbauer

"Lies mal schnell!"

"Wann soll ich das alles lesen!?" In der Informationsgesellschaft ist dies ein häufig zu hörender Seufzer. Je mehr der Stapel an Ungelesenem wächst, desto größer wird auch das schlechte Gewissen. Man müßte schneller lesen können! Das kann man lernen vorausgesetzt, man findet die richtigen Schnellese-Methoden

Eine große amerikanische Managementzeitschrift berichtete kürzlich, Arbeitszeit bestehe mittlerweile zur Hälfte aus Lesen. Nicht nur Briefe, Memos, Berichte, Gutachten wollen gelesen werden. Weil Fachwissen immer schneller altert, fällt auch immer mehr Lektüre für die Weiterbildung an.

Online-Medien verstärken die Anforderungen: Immer mehr Informationen sind immer schneller verfügbar. Allein im Internet stehen derzeit etwa sechstausend Milliarden Buchstaben zum Abruf bereit. Und wo man früher zum Telefonhörer griff, liest man heute auf dem Bildschirm: Kommunikation passiert vermehrt mit E-Mails auch die wollen gelesen sein.

Der Wunsch nach einem schnelleren Lesen wird also stetig dringender. "Der Lesedruck steigt", bilanzieren auch Rotraut und Walter Uwe Michelmann aus Windeck, die seit zwanzig Jahren beruflich motivierte Leser darin beraten, ihr Arbeitswerkzeug Lesen effizienter und schneller zu gestalten. Ihre unzähligen Gespräche mit "Berufslesern" fassen sie in eine niederschmetternde Bestandsaufnahme: "Manche Führungskräfte lesen gar nicht mehr. Oder ihre Fertigkeit ist durch den ständigen Leseleistungsdruck gestört." Walter Uwe Michelmann konstatiert "einen funktionalen Analphabetismus in Chefetagen".

Deshalb haben die Michelmanns die Deutsche Gesellschaft für berufliches Lesen gegründet, als Forum für alle Berufsleser. Die Schirmherrschaft übernahm ihr ehemaliger "Leseschüler" Bernhard Jagoda. Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit betont: "Schnelles Aufnehmen von Informationen muß gepflegt werden." Die Gesellschaft wolle dafür werben, daß die Berufsleser vor den Buchstabenbergen "nicht an einer Grenze angelangt sind, sondern daß wir diesen Raum der Informationsaufnahme richtig strukturieren und gestalten müssen".

Aber wie?

Wer sein Lesetempo ganz enorm steigern will, muß eine ganz neue Art von Lesen lernen. Einschlägige Bücher, Seminare und Programme werden seit Jahrzehnten offeriert. Vieles rekurriert auf die 50er Jahre, auf ein System der Amerikanerin Evelyn Wood. Ihr Reading Dynamics versprach drei- bis vierfaches Tempo und verbreitete sich in Schulen und Universitäten, dann in Firmen und Behörden. Eine halbe Million Menschen lernten die Methode, berichtete Der Spiegel vor 30 Jahren, als die Wood-Methode auch nach Deutschland kam.

Wissenschaftler stützten zunächst die Erfolgsmeldungen der Anwender befanden jedoch in den achtziger Jahren, Speed-Reading à la Wood bringe zwar mehr Tempo, aber weniger Verstehen. Ob das stimmt, müsse weiter erforscht werden, fassen die Kognitionspsychologen Geoffrey Underwood und Vivienne Batt (Nottingham) neuere Untersuchungen zusammen. Der aktuelle Tenor: Einige lernen es, andere nicht.

Die meisten Konzepte des "Flächenlesens" gehen davon aus, daß unser Gehirn imstande ist, ganze Wortflächen zu verarbeiten. Die einzelnen Wörter sollen zu einem sinnvollen Ganzen zusammengefügt werden. Wie Pinselstriche zu einem Bild. Außerdem wollen sie das innere Mitsprechen beim Lesen abschalten, das zeitraubende Vertonen der Schriftzeichen.

So soll Text rein optisch aufgenommen werden. Der "direkte visuelle Zugang" auch eine Hypothese in der Leseforschung, die noch einiges zu diskutieren hat: Wie groß ist die Aufnahmefläche beim Lesen? Wie werden die Augen beim Lesen überhaupt durch den Text gesteuert?

Derweil sind weitere Schnellese-Methoden aufgetaucht. Die kommen meist viel spektakulärer als Wood daher, versprechen bis zu zighundertfach höhere Lesegeschwindigkeiten, benutzen moderne Vokabeln wie Scannen und wollen auch schon mal Gehirnwellen verändern.

Teils muten sie regelrecht kurios an. So gibt es Computerprogramme, die wenig Temposteigerung versprechen, aber zeitgemäß auftreten: Sie nehmen einen Text auseinander und projizieren ihn schnell, Wort für Wort, in großen bunten Buchstaben auf den Bildschirm. Bald brennen die Augen, der Kopf brummt und im Widerschein des wilden Geflackers denkt man: Das muß die Lesehölle sein.

Schnellerlesen-Angebote sollten kritisch geprüft werden. Weil man bekanntlich kaum wissen kann, was genau im Kopf passiert, lautet die einfachste Testfrage: Sind zumindest allgemein bekannte physiologische Gegebenheiten berücksichtigt?

Eine immer wiederkehrende Behauptung beispielsweise lautet, man könne durch Augenübungen "breiter" blicken lernen und so mehr Text mit einem Mal erfassen ("peripheres Lesen", "Blickspannen-Erweiterung"). Könnte man allerdings mit Übungen die Natur des Auges ändern, wären Optiker bald pleite: Brillen und Kontaktlinsen würden überflüssig.

Eine andere Methode des "fotografischen Lesens" behauptet, jeder Text sei in Wahrheit ein 3-D-Bild. Durch Hindurchschauen, wie mit dem "magischen Auge", würde das offenbar. Nun sind Texte eher selten als Stereogramme gestaltet. Die Methode hat dafür Lösungen parat: Konzentration, Meditation und Motivation. Dazu: eine gute Portion Glauben. Das soll den unscharfen Input in einen scharfen Output verwandeln, irgendwann.

Was ist mit Versuchen, die Augen in speziellen Weisen willentlich durch den Text zu steuern? Grundsätzlich gilt: Blicksprünge beim Lesen (Saccaden) lassen sich nicht willkürlich steuern. Lesen ist zu weiten Teilen ein automatischer Prozeß.

Schnellese-Methoden können schließlich regelrecht gefährlich sein. Immerhin wollen sie die gewohnte Leseart ändern. "Ein Versuch, das in der Grundschule erlernte Lesen zu verändern, ist quasi ein Eingriff in den Kopf", berichtet Walter Uwe Michelmann.

Es sei riskant, so etwas im Selbstversuch zu probieren oder "gruppendynamischen Nebenwirkungen auszusetzen". Die Michelmanns haben deshalb ihre eigene Methode, auf den Wood-Techniken gründend, schon lange vom Gruppenseminar auf ein persönliches Einzeltraining umgestellt, das Monate dauert. "Damit es zuverlässig funktioniert, ist dieser Aufwand notwendig. Aber er rechnet sich nur für wenige und entlastet damit nur wenige", so Michelmann. Eine einfachere Möglichkeit für alle, schneller zu lesen, sei das Anwenden von Techniken effizienter Lesearbeit.

Das steigert nicht das Lesetempo, macht aber die Lesearbeit schneller. "Für die meisten Lesesituationen reicht effizientes Lesen völlig aus", betont Rotraut Michelmann. Sie hat mit ihrem Mann dazu einen umfassenden Ratgeber geschrieben, der sogar dem renommierten Kognitionspsychologen Dietrich Dörner ein Lob entlockte: "Das Buch war mir nützlich."

Wer seine Lesearbeit sinnvoll optimiert, kann seine Texte schneller bearbeiten. Und das Lesen bleibt so in jedem Falle unversehrt.

Im einzelnen hat das Konzept des effizienten Lesens folgende Angriffspunkte: Lesen sichern und entstören planen und systematisch tun. Sie können dabei Techniken rund um das Lesen kontrolliert anwenden, die Ihnen das Lesen manchmal sogar ganz ersparen.

Wer aus dem Bauch heraus mit Texten hantiert, verliert Zeit. Und wer das Lesen ganz rasch hinter sich bringen will, blockiert leicht das Verstehen. Sie gewinnen Zeit, wenn Sie Ihre Arbeit vorbereiten. Überlegen Sie, bevor Sie loslesen: "Was will ich aus dem Text herausholen, was ist mein Leseziel?"

Lassen Sie dieses Ziel während der Lesearbeit nicht aus den Augen. Denn oft läßt sich der Leser von Textstellen fangen, die wichtig oder interessant sind, was beim Arbeiten daran ein gutes Gefühl generiert aber dem Ziel kommt er keinen Schritt näher. Schreiben Sie deshalb Ihr Leseziel auf und legen Sie diese Notiz neben Ihr Lesematerial. Schauen Sie immer mal wieder darauf und notieren Sie Ihre Zwischenergebnisse.

Am besten gelingen Ihnen die Notizen, wenn Sie Stichworte aufschreiben und grafisch verknüpfen, sich eine Art "Textbild" machen. Damit strukturieren Sie Ihre Gedanken und Erkenntnisse zum Text, weil Sie sie auf das Wesentliche reduzieren, auf Schlüsselwörter und Symbole und diese Bausteine sparsam mit Strichen und Pfeilen kombinieren.

Bei Ihren Textbildern nutzen Sie Erkenntnisse aus der Leseergonomie. Damit Sie die Bausteine schnell erfassen, sollten diese in einen Leseblick passen, also kaum größer sein als ein Fünfmarkstück. Und sie dürfen nicht zu eng nebeneinanderstehen, sondern mindestens den Durchmesser eines Leseblicks (etwa drei Zentimeter) voneinander entfernt.

Benutzen Sie DIN-A4-Blankopapier quer, denn durch Linien vorgegebene Strukturen sperren die Gedanken ein und Hochformat verführt zum sturen Auflisten.

Auch wenn Ihnen die Methode als arbeitsintensiv erscheint, unter dem Strich spart sie Zeit. Ein Textbild herzustellen kostet nur Sekunden. Aufwendiges Gestalten ist sowieso nicht nötig, auch weil nur Sie selbst Ihr Textbild verstehen müssen.

Kontrollieren Sie so den Fortschritt Ihrer Lesearbeit, können Sie auch besser entscheiden, welche Technik Sie jeweils als nächste einsetzen. Sie beginnen am besten mit Methoden, die wenig Zeit kosten, wie punktuellem Lesen, Schlüsselwort-Suchen oder dem "Überblicken mit System". Bei dieser wirkungsvolleren Art des Querlesens benutzen Sie einen Reflex aus dem Neandertal: Bewegt sich was, schaut Mensch hin.

Sie können Ihre Augen planvoll durch einen Text führen, indem Sie einen passenden Bewegungsreiz erzeugen:

Sie blättern im Sekundentakt, wobei Ihre Hand stets rechts oben ansetzt. Führen Sie sie dicht über den Text, nach unten links und wieder zurück. Lassen Sie die Hand gleichförmig schwingen. Wenn Sie ein bißchen üben und einen Rhythmus finden, folgen Ihre Augen bald wie von selbst. Wichtig: nicht dabei lesen!

So schauen Sie den Text an, zum Beispiel ein Buch mit 240 Seiten, also 120 Doppelseiten, in zwei Minuten: Sie nehmen einiges systematisch wahr, Ihr Kopf verarbeitet es und produziert ein Bild des Inhalts. Und das bekommen Sie auch dann, wenn der Text als "Bleiwüste" wenig Grafiken und dicke Überschriften aufweist. Doch kontrollieren Sie es selbst: Was Sie erfaßt haben, steht schwarz auf weiß vor Ihnen, wenn Sie von Ihrem Bild vom Text ein Textbild fertigen.

Suchen Sie eine bestimmte Stelle in einem Text, fällt Ihnen bestimmt ein Wort ein, das an dieser Stelle stehen könnte. Um dorthin zu gelangen, müssen Sie nicht lesen nutzen Sie wieder den Hinguckreflex! Als systematischen Signalgeber für die Augen verwenden Sie jetzt Ihren Zeigefinger. Schwingen Sie ihn parallel zu den Zeilen, über je drei gleichzeitig. Mit diesem Slalom finden Sie ein bestimmtes Wort, wenn Sie es sich beim Fingerschwung ständig innerlich vorsprechen. So erzeugen Sie eine Art Klangschablone in Ihrem Kopf sobald der Klang zur erblickten Schrift paßt, schnappt die Fingerfalle zu und fängt das Suchwort ein.

Beim Lesen selbst gilt die goldene Regel: Wenig sofort lesen ist besser als der beste Vorsatz, später viel zu lesen. Selbst wenn Sie Ihr Lesematerial superordentlich archivieren, in tollen Sammelmappen und ausgefuchsten Ablagesystemen am Ende bringt Ihnen das oft nur ein schlechtes Lesegewissen. Seien wir mal ehrlich: Sammeln soll oft Lesen ersetzen das dann gerne verschoben wird, aber nie passiert

Die Archivaraktionen befördern Sie auch geradewegs in Lesezwickmühlen. Je mehr Sie für "später, wenn ich Zeit zum Lesen habe" sammeln, desto höher steigt Ihr Lesedruck aber daß sich das Lesen später überhaupt noch lohnt, wird immer unwahrscheinlicher. Und sicher sein könnten Sie erst, nachdem Sie sich durch die Textmasse gekämpft hätten die immer größer und unüberwindbarer wird Entwirren Sie diesen double bind, gewinnen Sie Zeit: Neue Texte sofort lesesystematisch bearbeiten, gegebenenfalls bestimmte Stellen, also punktuell lesen. Und dann weg damit.

Zeit sparen Sie auch mit der Devise: Gelesenes senkrecht durchstreichen! Gewöhnen Sie sich an, beim Lesen einen Bleistift in jene Hand zu nehmen, mit der Sie nicht blättern. Während Sie lesen, ziehen Sie einen Strich durch den Text ja, genau: durchstreichen! Und zwar mitten durch die Spalten nach unten. Unterbrechen Sie Ihre Lesearbeit, können Sie sie später ohne Zeitverlust präzise wieder aufnehmen. Überdies haben Sie immer im Überblick, was Sie schon bearbeitet haben. Und wird der Text danach noch mal ohne Striche gebraucht, genügt ein Radiergummi.

Untersuchungen der Augenbewegungen beim Lesen zeigen, daß Leser unterschiedlich lange auf einzelnen Wörtern verweilen. Automatisch passen Sie Ihre Lesegeschwindigkeit dem Text an. Auf diese Automatik, die durch viel Lesen ausgefeilter und besser wird, auf dieses "Lesegefühl" sollten Sie vertrauen.

Freilich kann es angebracht sein, einfach mal weiterzulesen, die wait-and-see strategy zu nutzen: Oft ergeben sich Wörter aus dem Zusammenhang. Aber Sie sollten nicht versuchen, einfach schneller zu lesen.

Abgesehen davon, daß das leider nicht funktioniert: Wer sich beim Lesen antreibt oder antreiben läßt, braucht nur schneller eine Pause und liest hastig. Er überliest manches, sein Lesen wird unsicher sogar eine Lesestörung kann man sich einhandeln. Das alles drosselt das Tempo. Und vergrößert nur die Zeitnot. Der nächste Versuch, schneller zu lesen, gerät noch hastiger, und schon ist man mittendrin: im Teufelskreis der Lesehast.

So kann es passieren, daß kaum noch lässig gelesen werden kann. Das Mittel dagegen: die "Lesemechanik" pflegen. Und das ist einfach: möglichst täglich, je zehn Minuten, sich oder anderen etwas laut vorlesen dabei gut artikulieren und versuchen, die richtige Satzmelodie zu treffen. Langsam laut lesen läßt das leise Lesen auch schneller werden. Denn zügig und zuverlässig lesen Sie nur dann, wenn Ihr Lesegefühl im Klang gesichert ist.

Wenn Sie still lesen, bewegt sich Ihr Kehlkopf. Sie sprechen innerlich mit, wandeln das Schriftbild in Wortklänge, um auf Ihr "phonetisches Lexikon" im Kopf zugreifen zu können. Hintergrundmusik sollten Sie beim Lesen also ausschalten. Nicht nur das Geräusch an sich stört Sie, sondern Melodie und Rhythmus überlagern Satzmelodie und Sprachrhythmus des Textes.

Einen Satz erfassen Sie auch darüber, ob die Wörter für Sie gut, das heißt vertraut miteinander klingen. Anders gesagt: Wenn Sie den Satz nicht verstanden haben, so konnten Sie ihn trotzdem lesen. Eine Erklärung dafür lautet: Sie sind an die Klänge gewöhnt, die die Wörter miteinander bilden.

In vertrauten Klangfolgen lesen Sie schneller. Denn die Klangfolgen können dann unwillkürlich kombiniert und auf einen Blick erfaßt werden: "Sehr-geehrte", "wie-telefonisch-vereinbart", "Mit-freundlichen-Grüßen" Je bis zu vier Wörter können verknüpft werden mehr passen kaum in einen Leseblick. Das durchschnittliche Lesetempo von 240 Wörtern pro Minute (ein Wort pro Blick) läßt sich also durch viel Lesen steigern.

Wollen Sie was im Text markieren, pappen Sie am besten selbstklebende Notizzettel daran, oder legen Sie Pappstreifen ein. Die können Sie immer wieder entfernen. Striche aus einem Textmarker aber nicht. Und von diesem Gerät sollten Sie sich als Leseprofi ohnehin verabschieden. Das Highlighting-Paradox: Grelle Neonfarben fallen Ihnen in einer grauen Bleiwüste zwar mächtig ins Auge aber genau deshalb sollten Sie darauf verzichten. Der Reiz für die Augen ist einfach zu stark. Sie werden reflexartig, wie magisch angezogen und damit vom Text abgelenkt. Solche Augenfänger sind auch starke Kontraste, wie sie beim Unterstreichen entstehen. Das reduziert Ihre Leseleistung: Immer wieder werden Ihre Augen von etwas anderem angelockt.

Das kann auch Bewegung sein. Beim Lesen sehen Sie zwar nur eine kleine Fläche scharf Bewegung jedoch registrieren Sie in Ihrem gesamten Gesichtsfeld. Bewegt sich was, schaut man hin: Beim Lesen stört dieser Reflex, und man bemerkt ihn kaum. Deshalb: Alles aus dem Gesichtsfeld entfernen, was sich bewegt! Auch wenn der Bildschirmschoner noch so witzig ist: Deaktivieren Sie ihn, wenn Sie neben Ihrem Monitor lesen müssen.

Ein doppelter Fauxpas ist das, was das Leseleben doch eigentlich so gemütlich macht: der warme Schein einer Kerze. Machen Sie, was Sie wollen, wenn Sie Gedichte lesen aber wenn Ihre Lesesituation nicht von Gemütlichkeit, sondern von Leistungsdruck geprägt ist: Kerze aus, Licht an! Eine flackernde Kerze erzeugt zuckende Schatten an der Wand. Ihre Augen bemerken die Bewegung unwillkürlich.

Und natürlich brauchen Sie für eine gute Leseleistung genug Licht zirka 1000 Lux sollten es sein, was dem Tageslicht bei bedecktem Himmel entspricht. Aber nicht nur der Platz, an dem Sie lesen, muß gut beleuchtet sein, sondern auch der restliche Raum. Helle Lampe am Schreibtisch, sonst alles duster: ein klassischer Lesestörfall. Denn die Augen schauen immer wieder nach, was aus dem Dunkeln kommen könnte ebenfalls ein Reflex aus der Urzeit, der uns beim Lesen stört. Und ebenfalls ein Tempostopper, den Sie leicht beseitigen können.


Literatur

Rotraut Michelmann, Walter Uwe Michelmann: Effizient und schneller lesen mehr Know-how für Zeit- und Informationsgewinn; mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Dietrich Dörner. Rowohlt, Reinbek 1998

Klaus Ring, Walter Uwe Michelmann: Schnell-Lesen Fluch oder Segen? In: Forschung & Lehre 1/1998

Geoffrey Underwood, Vivienne Batt: Reading and Understanding; an Introduction to the Psychology of Reading. Blackwell, Oxford 1996

 

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