DiensteReferenzenSucheLeitseite

 

 

 


Die Medien

manipulieren

 

Die Medien manipulieren uns - aber wir können auch die Medien manipulieren. Wer weiß, wie die Meinungsmacher funktionieren und wie er mit ihnen umgeht, kann selbst Meinung machen: die Macht der Öffentlichkeit für seine Zwecke benutzen.

 

Wer sich den Medien mitteilen will, muss verteilen - am Anfang steht halt der Verteiler. Gar nicht trivial: Wer die Medien erreichen will, braucht Adressen. Wer aber ein entsprechendes Adressbuch braucht, ist schnell dreistellige Beträge los.

Die einschlägigen Bücher sind zwar meist auf dünnem Papier und mit Minibuchstaben gedruckt, aber enorm dick. Immerhin existieren etwa vierzigtausend deutschsprachige Redaktionen. Das Verzeichnis "Top Medien 2000/01 - die wichtigsten Adressen und Ansprechpartner", erstellt von der Freien Journalistin Dorothée Berendes, ist eine preiswerte Alternative - wenn man nur an die Großen heran will. Das Taschenbuch nennt Anschriften, Telefon- und Faxnummern, meist auch Ansprechpartner, Auflage und E-Mail-Adresse, von etwa zwölfhundert Medien. Print, Rundfunk, Verlage, Nachrichtenagenturen - alle mit Top-Reichweite. mehr...

Weltweit top, nämlich unter den Top 50, sind sieben deutsche Medienkonzerne. Die Größten werden immer größer, gelten als unergründlich. "Kraken" nennen manche die Medienkonzerne - ein Team aus Wissenschaftlern und Journalisten hat sich aufgemacht, alle ihre Fangarme zu beschreiben. Heraus kam das spannende Kompendium "Wer beherrscht die Medien? Die 50 größten Medienkonzerne der Welt", das jetzt aktualisiert von Lutz Hachmeister und Günther Rager herausgegeben worden ist.

Die fünfzig größten Medienkonzerne der Welt sind hier portraitiert, ganz ohne ideologischen Schaum, sondern sachlich in ihren Zahlen, Prognosen und Beteiligungen. Und wie sie ticken, die "Philosophie", erfährt man auch. So geht es um messianische Disney-Manager mit eigenem Staat, um endlose ARD-Konferenzen, kühle Kalkulierer bei der WAZ und um die wahren Werte bei Bertelsmann. Microsofts Kopier-Mentalität, von DOS bis zum Internet Explorer, fehlt ebenso wenig wie allerlei Geschichten drumherum, aus seriösen Quellen destilliert, tollste Misserfolge und seltsame Chefnaturen. mehr...

Doch was steckt hinter den Zahlen, Köpfen und Adressen? Wie wirkt und was bewirkt die Medienmacht? Wissenschaftler kundschaften hartnäckig die Mechanik aus, mit denen Medien ihre Macht entfalten. 18 führende Forscher beschreiben ihre jüngsten Erkenntnisse - sie wurden von Rudolf Maresch und Niels Werber aufgerufen, eine Supertheorie in Sachen (Multi-)Media zu basteln, der "magisch-technischen Souveränität". Die Bausteine lauten "Kommunikation Medien Macht", zwischen Techno-Faschismus und der "Kommunikation der Kommunikation". Dazu ein tiefer Blick in die "Schatzkammern der Netzkritik". Eine These lautet, dargeboten vom Netzphilosophen Florian Rötzer: Was nicht in die Aufmerksamkeit fällt oder gefallen ist, gibt es nicht. mehr... 

Das gilt leider auch ganz praktisch für jede PR-Arbeit. Das Internet bietet die Chance, selbst mit wenig Mitteln viel zu erreichen. Viel Öffentlichkeitsarbeit mit wenig Geld ist hier möglich, und das nennt man "Guerilla-PR: Wirksame Öffentlichkeitsarbeit im Internet". Der Praktiker Frank Hortz erklärt, wie es geht. Wie man Inhalte, Gewinnspiele und sonstige Gimmicks generiert, Ad-Klicks sammelt, Meta-Tags setzt, Banner tauscht, Newsletter und Pressemitteilungen schreibt - und vieles mehr.

Das alles serviert er gut gegliedert, mit Tipps, Tricks und Screenshots. Man hat den Eindruck, kein PR-Lehrbuch, sondern ein gutes Software-Manual in der Hand zu halten. Als Königsweg beschreibt Hortz die "qualitätsbezogene Referenzierung". Die meisten deutschen Webseiten aber, sie sind noch "qualitätsbezogen referenziert". Deshalb kommen bei diesem Buch nicht nur Einsteiger auf ihre Kosten. mehr... 

Frank Rosenbauer